Jilou Keyli Pasquinelli Esco
Die Menschen in Hamburg
Um 1500 lebten nur 14.000 Menschen in Hamburg. Ein Drittel von ihnen hatten keine Bürgerrechte. Bürger waren nur die über 18-jährigen Männer, die ein Haus besaßen. Frauen konnten zwar Bürgerinnen sein, aber sie hatten kein Mitbestimmungsrecht. Menschen ohne Bürgerrecht nennt man EInwohner. Sie arbeiteten am Hafen und als Handwerkshelfer oder sie waren Mägde, Knechte (die für andere Familien arbeiteten). 20%, das heißt ein Fünftel der Menschen gehörte zur Oberschicht. Das waren zum Beispiel Ärzte, Juristen und Kaufleute die ihre Schiffe über das Meer schickten. Die Mittelschicht waren Handwerker und Händler, die lesen konnten. Auch ungefähr ein Drittel der Menschen. Gehilfen, Träger:innen , Hafenarbeiter, Knechte, Mägde, Tagelöhner:innen und Bettler:innen gehörten zur Unterschicht. Dies war die Hälfte der Hamburger. Teilweise waren sie lebensgefährlich arm, teilweise kamen sie von Tag zu Tag zurecht. Oder sie waren von anderen total abhängig.
Der Rat regierte Hamburg. Das waren 30-50 Mitglieder und 12 Mitglieder von ihnen wechselten sich ab mit den Entscheidungen. Der Rat wurde nicht gewählt. Die Ratsleute suchten einen neuen Ratsherren aus, wenn einer starb. Im Rat waren zu der Zeit Bürger aus der Ober- und der Mittelschicht. Nur Männer.
Die Wohngegenden
Es gab in Hamburg vier Kirchenspiele. Das sind Gebiete um eine Kirche herum.
Bei der St. Jacobi lebten die Armen. Bei der St. Petri waren die Reichen. Bei der St. Nicolai lebten die Handwerker und Händler. Und bei der St. Katharinen waren die Hafenarbeiter.
Eines verband alles Menschen: Sie wollten, dass Gott sie mag und dass ihre Seele in den Himmel kommt.
Es begann nicht mit Luther
Viele Bücher schreiben, dass die Reformation mit Martin Luther begann. Das ist richtig und falsch zugleich. Richtig: Am 31.Oktober 1517 hängten der Mönch Martin Luther und seine Freunde 95 Sätze an die Kirchentür in Wittenberg. Diese Sätze waren sagten, was an den Geistlichen und der Kirche falsch war. Damit startete die Reformation.
Aber die Menschen hatten schon vorher Zweifel an dem, was ihnen die Priester sagten. VIele Priester und Geistliche predigten Dinge, die sie selbst nicht einhielten. In Hamburg ging es aber um die Schule:
Der Streit um die Schule
Die Hamburger hatten im Spätmittelalter eine wichtige Sorge: Die Schule ware nicht gut. Es gab schon seit ungefähr 450 Jahren eine Schule für Jungen. Sie lag genau beim Mariendom. Sie wurde durch die Geistlichen kontrolliert. Die Bürger fanden, dass die Jungen dort zu viel Religion und zu wenig Praktisches lernten. Also gründeten sie ihre eigene Schule bei der Nikolaikirche. Der Ärger ging für die Bürgern weiter. Aber auch in der neuen Schule übernahmen die Geistlichen die Kontrolle. Sie stellten schlechte Lehrer ein. Es fiel viel Unterricht aus.
Die Mädchen konnten im Kloster in Harvestehude oder bei frommen Frauen in der Stadt gut lernen. Doch das reichte den Bürgern nicht. Immer wieder beschwerten sie sich bei den Geistlichen über den Unterricht für die Jungs. Ohne Erfolg.