Vor- und Frühgeschichte

8000 v. Chr. - 810 n. Chr.

Altsteinzeit

Rundgang im Archäologischen Museum Hamburg

Noch bevor die Temperaturen zum Ende der letzten Eiszeit merklich anstiegen, durchstreiften die ersten Rentierjäger die Norddeutsche Tiefebene. Die offene Steppenlandschaft dieser Zeit bot ein reiches Angebot an jagdbarem Wild, darunter Rentiere und andere Steppentiere wie beispielsweise das Wildpferd. Als wichtige Jagdwaffe diente die Speerschleuder, die dem Speer mit der vom Werfer eingesetzten Hebelkraft eine höhere Reichweite und Durchschlagskraft verlieh. Mit einer Klimaerwärmung und dem Verschwinden des Rentiers aus Mittel- und Westeuropa endete vor 10.000 Jahren der jüngste Abschnitt der Altsteinzeit.

Mittelsteinzeit

Mit dem Beginn der Nacheiszeit setzt in Norddeutschland die Phase der Mittleren Steinzeit ein, die den Übergang von der Alt- zur Jungsteinzeit kennzeichnet. In den nacheiszeitlichen Wäldern standen den Menschen nun Rotwild und Wildschweine, an Meeres- und Binnenseeküsten auch Muscheln, Fische und Wasservögel als Hauptquelle für tierisches Eiweiß zur Verfügung. Eine besonders wichtige Rolle in der Ernährung der mittelsteinzeitlichen Waldjäger spielten aber die Pflanzen. Haselnüsse, Wildgemüse, Kräuter und Früchte wurden in großem Umfang gesammelt.

Jungsteinzeit

In der Jungsteinzeit begannen die Menschen erstmals, ihre Umwelt aktiv zu gestalten und zu verändern: Sesshaftigkeit war eine der wesentlichen Voraussetzungen für den zivilisatorischen Fortschritt. Die Bauern rodeten Wälder für ihre Siedlungen, Äcker und für die Viehhaltung. Ihre Höfe errichteten sie aus Holzpfosten, Flechtwerk und Lehm. Als Haus- bzw. Nutztiere sind Rind, Schwein, Ziege und Schaf nachgewiesen. Der Speiseplan der Menschen wurde nun bereichert durch Getreidearten wie Weizen und Gerste, die auf den Ackerflächen angebaut wurden.

Bronzezeit

Die Metallgewinnung begann bereits vor 6.000 Jahren im Mittleren Osten, erreichte aber erst sehr viel später Europa. Die Bronze, eine Kupfer-Zinn-Legierung, trat erstmals um 1.800 v. Chr. in Westeuropa auf. Mit der Metallnutzung gingen historische Entwicklungen von größter Bedeutung einher. Abbau und Verarbeitung setzten den Vertrieb voraus, also Austausch und Transport der Rohstoffe. Es gab zahlreiche Transportwege und -mittel für große Erzmengen und Fertigprodukte. Die Beförderung erfolgte offensichtlich mit Karren – was die allgemeine Verbreitung des Rades voraussetzte -, aber auch über Flüsse mit Floß und Einbäumen. Der Transport auf dem Meer ist ebenfalls belegt.

Text aus dem Archäologischen Museum Hamburg →, übereignet von Prof. Rainer Maria Weiss.

Für Lehrer und Schüler, Neugierige und Studierende empfehlen wir den Rundgang und das Begleitprogramm für Kinder, Jugendliche und Erwachsene →. Einen Eindruck des spannenden Rundgangs durch die Funde aus Hamburgs Vorgeschichte bekommt man hier →.

 

Bildnachweise:

Abb. Slider: Das Fundament der Bischofsburg während der Ausgrabung 1963, aus: Mythos Hammaburg; Ausstellungskatalog Archäologisches Museum Hamburg 2014, S. 42, Abb. 20; wiedergegeben mit der freundlichen Erlaubnis von Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss, amh.

Abb. Rundgang: http://amh.de/digitales-angebot/google-art-project/